"Ich bin das Brot des Lebens" ist das erste der sieben so genannten Ich-bin-Worte Jesu aus dem Johannesevangelium. Brot ist der Inbegriff der Nahrung, die der Mensch zum Leben braucht. Der Mensch braucht aber nicht nur Wasser und Brot. Es genügt nicht, den Bauch voll zu haben. Hunger und Durst nacherfülltem Leben reichen viel tiefer. Jesus bietet sich mit den Ich-bin-Worten als Erfüllung dieses existentiellen Hungers an, denn er ist gekommen, damit wir sogar "Leben in Fülle" haben.
Inhaltlich werden zwei zentrale Zeichenhandlungen Jesus Christus dargestellt und gedeutet: die Speisung der Fünftausend und der Gang über das Wasser. Diese Ereignisse werden nicht nur erzählt, sondern in einer anschließenden Rede Jesu interpretiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Begriffe Brot Leben und Glauben. Das Brot wird als Grundnahrungsmittel und Symbol menschlicher Bedürftigkeit verstanden, während das Leben über das bloße Existieren hinaus als erfülltes und sinnvolles Leben beschrieben wird. Jesus deutet sich selbst als Brot des Lebens und eröffnet damit eine Perspektive, nach der der Glaube eine Antwort auf die tiefere Sehnsucht des Menschen nach Sinn und Erfüllung darstellt.